Knochen und Fleisch

Die Schrift ‹Robirke›, aus der die Goetheanum-Wortmarke gesetzt ist, gehört zu den wenigen digitalisierten Satzschriften, die im anthroposophischen Kontext entstanden sind. Roggenkamp zeichnete Flächen mit Schwarz und trug sie mit Weiss wieder ab. So entstehen seine skulpturalen Buchstaben. Für den Setzkasten hat er seine Buchstabenwesen in Rechtecke eingefangen und sich damit einer Schriftgestaltungstechnik angenähert, die auch der Goetheanum-Hausschrift ‹Titillium› zugrunde liegt.

Jedoch ist diese aus einem anderen Prinzip aufgebaut. Entgegen dem roggenkampschen plastizieren und skulpturieren einer Figur, ist ihr Ausgangspunkt eine Linie, ein Skelett, welches sich dynamisch andicken und variieren lässt und damit auf die verschiedensten Anforderungen reagieren kann.

Auf dem ersten Blatt ist der Versuch zu sehen, der Robirke ein Skelett abzuringen und sie damit für den dynamischen Einsatz auszubauen. Entstanden ist eine Annäherung an den Charakter der ‹Titillium›, die ganz ohne dynamische Proportionen auskommt.

Auf dem zweiten Blatt lässt sich die Grundähnlichkeit der beiden Schriften gut nachvollziehen. Ihr Potential ist zu harmonieren. Die stärkeren Identitätsgefühle in der Robirke und die Leichtigkeit der Titillium decken zusammen ein wesentliches Spektrum für den Ausdruck und die Identität des Goetheanum ab.

Auf dem dritten Blatt findet sich ergänzend eine Gegenüberstellung, in der die Bandbreite der Titillium zu sehen ist.